Germanen und Römer
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Germanen
und
Römer

ein Online-Lexikon
von Wolf Mittag

Lexikon: Germanen und Römer: Inhalt
Vorgeschichte: Herkunft der Germanen, Kelten und Römer
Die Kelten, Nachbarn der Germanen
Die Römer, Beherrscher der bekannten Welt
Rom unter Augustus, dem ersten Kaiser
Die Germanen
Siedlungsraum und Nachbarvölker
Germanische Stämme
Germanische Siedlungen und Dörfer
Häuser
Aussehen
Kleidung
Waffen und Kriegsrüstung der Germanen
Lebensweise
Nahrung
Nahrung bei den Römern
Körperpflege
Gesundheit
Landwirtschaft
Handwerk
Handel
Währung und Preisbeispiele
Besitz
Sprache der Germanen: Herkunft und Erbe
Gesellschaft und Staat
Sippe
Rolle der Frau
Unfreie
Adel
Gefolgschaft
Die heidnische Religion
Die wichtigsten germanischen Götter
Zauberei
Kunst und Kultur der Germanen
Ansichten der Kulturvölker über die Barbaren
Sklaverei im Römischen Reich
Krieg
Römische Legionen
Römische Eroberung Germaniens
Römische Herrschaft über Germanien
Scheitern der römischen Herrschaft über Germanien
Folgende Jahrhunderte: Blüte und Niedergang des Römischen Reiches
Literaturempfehlungen
Impressum
Historisches Computerspiel Teudogar und das Bündnis mit Rom

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by Wolf Mittag.
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Landwirtschaft

In früheren Zeiten fehlte es an technischen Erleichterungen, wirksamer Düngung, Schädlingsbekämpfung und verbesserten Pflanzenzüchtungen: Die Landwirtschaft brachte so wenig Ertrag, daß bis ins Mittelalter etwa die Hälfte der Menschen als Bauern arbeiten mußten. (Heute können 2% der Bevölkerung mühelos Nahrung für alle produzieren.)

Grundlage der Ernährung war Getreidebrei, und wichtigste Arbeit daher der Ackerbau.
Die meisten Äcker waren unter 10ha groß. Ein Stück Land von 3ha (=30.000qm oder 170m x 170m) reichte aus, um 6 Erwachsene und einige Kinder zu ernähren. Dafür mußten 2 bis 3 Personen das ganze Jahr über hart arbeiten:

Mit einem Hakenpflug, der von Rindern oder Menschen gezogen wurde, mußten sie den Boden aufreißen. Dann konnten sie Gerste, Weizen, Hirse, Hafer oder Roggen aussähen.
Bis zur Erntezeit mußten sie immer wieder Unkraut jäten. Schließlich konnten sie in mühseliger Kleinarbeit mit Sicheln ernten.
Dann lösten sie die Körner durch Dreschen des Getreides mit Knüppeln auf Holzbrettern, und trennten Spreu und Halme davon. Zuletzt siebten sie die Körner, um Unkrautsamen zu entfernen.

Wenn alles gut ging, hatten sie nun einen Getreidevorrat von einigen hundert Kilogramm und waren für das folgende Jahr abgesichert; war die Ernte aber weniger ertragreich, würde die Familie hungern müssen.

Das Ackerland gehörte bei vielen Stämmen der Gemeinschaft und wurde jährlich neu verteilt. Nach einigen Jahren Getreideanbau war der Boden meist ausgelaugt und konnte für einige Zeit nur noch als Viehweide genutzt werden. Um neue Ackerflächen zu gewinnen oder brachliegendes Land wieder nutzbar zu machen, mußte man mit Eisenbeilen ein Stück Wald roden oder die nachgewachsenen Bäume fällen.

Neben dem Ackerbau betrieben die Germanen Viehzucht. Vor allem Rinder wurden als Milchlieferanten und Zugtiere gehalten.
Ein großes Problem war dabei, alljährlich genügend Winterfutter zu erzeugen: Denn jedes Rind verbrauchte während des Winters etwa 50 Zentner Heu (=2.500kg). Für eine solche Menge waren 150 Stunden Arbeit nötig, und die meisten Großfamilien hatten auf ihren Gehöften 6 oder mehr Rinder, die insgesamt 300 Zentner (=15.000kg) Heu benötigten.
Dazu kamen oft noch Schafe oder Schweine, die weitere Winternahrung brauchten. Notfalls diente getrocknetes Laub als Ersatz; im ungünstigsten Fall schlachtete man eines der kostbaren Tiere und räucherte oder pökelte das Fleisch.

Es kostete viel anstrengende und aufwendige Arbeit, auch nur die tägliche Ernährung zu sichern. Zur Erzeugung von Überschüssen und größeren Vorräten reichte die Arbeitskraft der meisten Großfamilien nicht aus, so daß stets Hunger und Not drohten.

Diese Situation mag dazu beigetragen haben, daß die Germanen oft Krieg gegen ihre Nachbarstämme führten und bestrebt waren, die Besiegten zu Sklaven zu machen: Der Nutzen eines Sklaven war kaum zu überschätzen. Durch seine Arbeitskraft ernährte er sich selbst; der Überschuss an Nahrung, den er produzierte, ernährte seinen Herrn, der nun von den anstrengensten Arbeiten befreit war.

Eine Stunde tapferen Kämpfens konnte Monate mühseligen Ackerbaus ersparen - vielleicht erklärt das manche kriegerischen Züge der germanischen Gesellschaft, ebenso wie die häufigen Raubzüge in die zivilisierteren Nachbarländer.









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