Germanen und Römer
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Germanen
und
Römer

ein Online-Lexikon
von Wolf Mittag

Lexikon: Germanen und Römer: Inhalt
Vorgeschichte: Herkunft der Germanen, Kelten und Römer
Die Kelten, Nachbarn der Germanen
Die Römer, Beherrscher der bekannten Welt
Rom unter Augustus, dem ersten Kaiser
Die Germanen
Siedlungsraum und Nachbarvölker
Germanische Stämme
Germanische Siedlungen und Dörfer
Häuser
Aussehen
Kleidung
Waffen und Kriegsrüstung der Germanen
Lebensweise
Nahrung
Nahrung bei den Römern
Körperpflege
Gesundheit
Landwirtschaft
Handwerk
Handel
Währung und Preisbeispiele
Besitz
Sprache der Germanen: Herkunft und Erbe
Gesellschaft und Staat
Sippe
Rolle der Frau
Unfreie
Adel
Gefolgschaft
Die heidnische Religion
Die wichtigsten germanischen Götter
Zauberei
Kunst und Kultur der Germanen
Ansichten der Kulturvölker über die Barbaren
Sklaverei im Römischen Reich
Krieg
Römische Legionen
Römische Eroberung Germaniens
Römische Herrschaft über Germanien
Scheitern der römischen Herrschaft über Germanien
Folgende Jahrhunderte: Blüte und Niedergang des Römischen Reiches
Literaturempfehlungen
Impressum
Historisches Computerspiel Teudogar und das Bündnis mit Rom

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by Wolf Mittag.
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Gesundheit

Häufige Zeiten des Hungers und der Mangelernährung waren die größte Beeinträchtigung der Gesundheit - zumindest für die ärmeren Leute. Noch die mittelalterlichen Märchen erzählen, daß man einen Adeligen auf den ersten Blick an seiner Kraft und Größe erkennen konnte. Das ist nicht unwahrscheinlich: Wer einer reichen Familie entstammte, mußte während seiner Kindheit niemals hungern und konnte sich körperlich besser entwickeln.

Die zugigen und feuchten Häuser förderten Gelenkerkrankungen. Wahrscheinlich litten auch viele Menschen unter entzündeten Augen, weil die Häuser sehr rauchig waren.
Die meisten Germanen hatten schlechte und abgeschliffene Zähne, weil der übliche Getreidebrei Steinstaub von der steinernen Mühle enthielt. Dazu war Karies weit verbreitet.

Verhütung und Abtreibungen waren (anders als in Rom) in Germanien unbekannt, so daß die meisten germanischen Frauen ab ihrer Eheschließung eine Schwangerschaft nach der anderen durchstehen mußten.

Wegen der ständigen Knappheit der Nahrungsmittel war es bis ins Mittelalter üblich, schwache, kranke oder behinderte Kinder gleich nach der Geburt zu töten: Jemand, der aß, ohne etwas zur Ernährung beitragen zu können, hätte alle anderen zum Hungern gezwungen.

Viele Menschen starben im Kindesalter, viele mit etwa 40 Jahren. Ein hohes Alter erreichten nur wenige. (Noch um 1850 wurden nur 7% der Menschen 60 Jahre alt oder älter.)
Anders als im heuten Europa bildeten junge Menschen eine überwältigende Mehrheit.

Wer jung und im Vollbesitz seiner Kräfte war, scheint sehr vital gewesen zu sein: Plutarch berichtet, die nach Italien eingedringenden Kimbern seien nackt im Schnee herumgelaufen, hätten sich dann auf ihre Schilde gesetzt und seien steile Abhänge hinuntergerodelt. Statt die Etsch auf Brücken oder Kähnen zu überqueren, hätten sie versucht, den Fluß zu stauen, indem sie wie die Titanen ganze Bäume mit Wurzeln und Felsblöcke heranschleppten - 'einzig, um (den Römern) ihre Kraft und ihren tollkühnen Mut vor Augen zu führen'. (Tatsächlich gerieten die römischen Legionäre bei diesem Schauspiel ihrer Feinde in Panik, ließen ihr Lager im Stich und flüchteten. Ihr Feldherr Catulus konnte sie nicht mehr aufhalten und mußte mitflüchten.)









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